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Die Zeitung zum Sonntag.

Zollkontrolle bei Northeim: 1.932 Liter „Diesel extra“

Eine Tankstelle auf Rädern aus Belgien. Foto: Hauptzollamt Braunschweig

Der Zoll stoppte bei Northeim einen Belgier, der eine Tankstelle auf Rädern dabei hatte: 1.932 Liter Heizöl schmuggelte der ein, um sie verbotenerweise in der Bundesrepublik als Dieselkraftstoff zu verwenden.

Doppelt verboten, aber immerhin ehrlich, handelte ein Belgier am Montag (2. Juli 2018). Er hätte einige hundert Liter Heizöl – oder Diesel „extra“ wie er den Zöllnern bei der Kontrolle sagte – geladen, um damit seine Maschinen zu betanken. Die wären zurzeit in mDeutschland im Einsatz, aber der für sie vorgesehene Dieselkraftstoff wäre ihm hierzulande zu teuer.
Technisch ist das möglich: „Heizöl ist zum Heizen, Kraftstoff ist für die Kraftgewinnung bestimmt“, erklärt Pressesprecher Andreas Löhde vom Hauptzollamt Braunschweig den nahezu einzigen Unterschied zwischen Heizöl und Dieselkraftstoff. Steuerrechtlich gibt es aber einen gewaltigen Unterschied: während Heizöl nur mit 0,13 Euro pro Liter versteuert wird, sind es beim Dieselkraftstoff etwa 0,49 Euro Energiesteuern pro Liter. Der Grund ist laut Löhde einfach und nachvollziehbar: „Der Staat will schlicht nicht, dass seine Bürger im Winter frieren. Darum lässt er das Heizöl im Vergleich zum Diesel billig“. Betrügen lassen will sich der Staat jedoch auch nicht, sodass Heizöl europaweit einen chemischen Markierstoff enthalten muss, damit man ihn vom Dieselkraftstoff unterscheiden kann. Dieser Markierstoff wurde auch im Heizöl des Belgiers gefunden.
Er muss jetzt fast 700 Euro Energiesteuer nachzahlen und mit einem
Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung rechnen. Im Übrigen hätte er auch nicht mehr als 20 Liter außerhalb seines Fahrzeugtanks aus Belgien mitbringen dürfen.