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Die Zeitung zum Sonntag.

Sturm-Bilanz: Friederike, die Zerstörerin:
1 Million Sturm-Schaden

Foto: Erwin Wodicka

Am Donnerstag zog Sturm Friederike über Südniedersachsen hinweg und hinterließ vielerorts ein Bild der Verwüstung…

Die vorläufige Bilanz der Stadt Göttingen

Die Kommunale Regionalleitstelle bei der Berufsfeuerwehr hat in der Zeit zwischen 12.00 und 21.30 Uhr 254 durch den Orkan ausgelöste Einsätze bearbeitet, davon 79 im Stadtgebiet. +++  Der für Grünflächen zuständige Fachdienst meldet: Nach Einschätzung des Baubetriebshofes sind mehr Schäden zu beklagen als beim Orkan „Kyrill“ (18./19. Januar 2007). Nach einer noch vorläufigen Erfassung sind an 34 Standorten Schäden mit über 50 umgestürzten Bäumen und noch mehr Kronenbrüchen gemeldet worden. Die Kollegen nehmen zurzeit weitere Schäden auf. +++ Baumschäden finden sich im gesamten Stadtgebiet: vom Levinschen Park bis zum Kiessee, vom Klosterpark in Weende bis zum Kehr. +++ Erhebliche Orkanfolgen gab es auch auf den städtischen Friedhöfen: Auf dem Junkerberg sind  mindestens zehn Bäume betroffen. Dort sind die Bäume entweder umgefallen oder Baumspitzen wurden abgeknickt. +++ Die Aufräumarbeiten auf dem Stadtfriedhof in Göttingen-Grone dauern immer noch an, u.a. im Bereich des Fahrradweges. Vermutlich sind dort ca. 15 Bäume betroffen. Einige Grabsteine wurden durch umgefallene Bäume beschädigt bzw. zerstört. +++ Die für heute angesetzten Bestattungen können aber stattfinden. +++ Vom Friedhof Grone heißt es: Zwei Abendländische Lebensbäume und eine Blaue Scheinzypresse mit jeweils lichten Höhen von zwölf Metern sind umgefallen, am Kapellendach gibt es einen kleineren Schaden. +++ Zu den Sturmfolgen zählt offenbar auch der Ausfall von Lichtsignalanlagen am Weender Tor und im Bereich Kasseler Landstraße / Bundesautobahn. +++ Die städtische Hochbauverwaltung spricht in einer ersten Bilanz von punktuellen Beschädigungen auf einigen Dächern. Allerdings ist die Überprüfung aller Objekte längst noch nicht abgeschlossen. Sie kann sich bis zum Anfang kommender Woche hinziehen. +++ Diese Einschätzung gilt auch für die Schadensaufnahme in allen anderen Aufgabenbereichen.

 

Die Bilanz des Landes Niedersachsen:

Bei dem Sturmtief „Friederike“ waren am Donnerstag landesweit fast 2.000 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Technischem Hilfswerk (THW) im Einsatz. Sie rückten zu mehr als 1.400 sturmbedingten Einsätzen aus. „Zum Glück hat niemand sein Leben verloren und es ist bei Sachschäden sowie einigen wenigen Verletzten geblieben“, so Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius. „Unterm Strich können wir also – vor allem mit Blick auf die Nachbarländer Belgien und Niederlande und das restliche Bundesgebiet – sagen: Niedersachsen ist glimpflich davon gekommen. Ich bedanke mich bei allen Helferinnen und Helfern, die überall im Land mit ihrem großartigen Einsatz dazu beigetragen haben, die Sturmschäden bestmöglich einzudämmen und schnell zu beseitigen.“

Nach ersten Schätzungen hat Sturmtief „Friederike“ ungefähr eine Million Euro Sachschäden hinterlassen. Am häufigsten mussten sich die Einsatzkräfte um umgestürzte Bäume kümmern, durch die etliche Bahnstrecken sowie Bundesautobahnen und Bundesstraßen zeitweise unpassierbar waren. Teilweise war der Strom ausgefallen. Vor allem in Süd- und Westniedersachsen wurden Autos und Gebäude beschädigt.

Das Kompetenzzentrum Großschadenslagen des Ministeriums hatte Donnerstag Mittag seinen Betrieb aufgenommen. Der Einsatz wurde am späten Abend beendet.