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Präventionsteam der Polizei warnt vor Falschgeld
Jetzt boomen die falschen Fünfziger
In sechs Wochen ist Weihnachten schon fast vorbei. Davor liegt jede Menge Vorfreude – auch bei Kriminellen! Geldfälscher nutzen gerne den Andrang an den Kassen der Geschäfte, um illegales Weihnachtsgeld einzustreichen. „Regelmäßig in der Vorweihnachtszeit kommt es zur Falschgeldschwemme, da ist erhöhte Aufmerksamkeit bei Kunden und Geschäftsleuten gefragt“, erklärt Kriminalhauptkommissar Norbert Esemann vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Göttingen. Seit Wochen gäbe es eine steigende Zahl von 50 Euro-Falsifikaten, die hauptsächlich in Lebensmittelmärkten verbreitet wurden. Esemann: „Es wird vermutlich einen weiteren Anstieg zur Adventszeit geben.“
Das Problem: Wer eine „Blüte“ bei der Polizei abgibt (wozu man verpflichtet ist!), erhält kein echtes Geld als Ersatz für das falsche. „Deshalb verweigern Geschäftsleute oft einfach die Annahme eines Geldscheins, der ihnen komisch vorkommt und lassen den Kunden ziehen“, so Esemann. Er appelliert an alle Kassierer, den falschen Geldschein sicherzustellen, ohne Wechselgeld herauszugeben und die Polizei zu rufen. „Falsche Banknoten müssen aus dem Verkehr gezogen werden, sonst hat der Täter weiterhin die Möglichkeit, sein kriminellen Handeln fortzusetzen“, so der Präventions-Experte. „Höflich, aber bestimmt“ sollen die Betroffenen den Kunden bitten, die Klärung durch die Polizei abzuwarten.
Für den Fall, dass der Geldfälscher dann die Flucht ergreift, ist es hilfreich, wenn der Polizei eine möglichst genaue Täterbeschreibung geliefert werden kann – oder die Überwachungskamera eingeschaltet war.
Betroffene Kunden, die gar nicht wussten, dass sie ein Blüte im Portemonnaie hatten, bittet Esemann ( um Verständnis: „Natürlich ist es schwierig, wenn man als ehrlicher Kunde plötzlich kriminalisiert wird, aber es ist doch im Interesse aller, wenn Kriminellen das Handwerk gelegt wird.“ Je früher der falsche Geldschein gefunden wird, desto größer ist die Chance für die Polizei, den Täter zu finden: „Da gerade in größeren Einkaufsmärkten nach dem Kassieren die Geldscheine gar nicht mehr einzeln in die Hand genommen werden, wird das Falschgeld meist erst in der Bank oder sogar erst in der Göttinger Landeszentralbank bemerkt und dann lässt sich nicht einmal mehr ermitteln, in welchem Geschäft der Schein angenommen wurde, geschweige denn eine Spur zum Täter.“
Um als Kunde peinliche Situationen zu vermeiden, lohnt es sich seine Geldscheine gründlich zu prüfen. Übrigens: Wer ahnt, eine Blüte zu haben und sie trotzdem ausgibt, der macht sich strafbar! Anhand mehrerer eindeutiger Sicherheitsmerkmale ist das Erkennen von falschem Geld gar nicht so schwer. „Es gilt das Prinzip Fühlen – Sehen – Kippen“, weiß der Profi. Fühlen kann man das Papier: Echte Banknoten sind aus 100 Prozent Baumwolle und fühlen sich griffig an. Esemann: „Gefälschte Banknoten fühlen sich häufig weich, lappig oder glatt an. Auch darf das Papier nicht zu stark glänzen.“ Fühlen kann man auch die Reliefs. Denn auf jedem Euroschein befindet sich auf der Vorderseite oben rechts von der EU-Flagge ein Schriftzug BCE, ECB, EZB, EKT oder EKP plus Ausgabejahr – dieser Schriftzug ist deutlich fühlbar erhaben. Sehen kann man die Echtheit, wenn man den Schein gegen das Licht hält: Echte Banknoten haben ein Wasserzeichen, die unvollständigen Formen von Vor- und Hinterseite vervollständigen sich zur Wertzahl (also eine 50 auf einem 50 Euro-Schein) und der Sicherheitsfaden erscheint als dunkler Streifen. Beim Kippen des Scheins wechselt die Wertzahl auf der Banknotenrückseite deutlich die Farbe von Purpurrot zu Olivgrün oder Braun. Das Hologramm auf der Vorderseite wechselt durch Kippen das Motiv – von der Wertzahl zum Architekturmotiv der Vorderseite.
Zuverlässige Informationen zu den Sicherheitsmerkmalen findet man im Internet bei www.ecb.int oder www.bundesbank.de. Besonders viel Spaß macht der Blüten - Check interaktiv bei http://www.ecb.de/euro/html/ security_features.de.html. Aus den Geldautomaten der Banken kommt übrigens garantiert kein Falschgeld: „Da hinein legen Banken nur Geld, das durch die absolut sichere Prüfmaschine der Landeszentralbank in der Danziger Straße gelaufen ist“, kann Esemann alle Weihnachtseinkäufer beruhigen. D
as Präventionsteam der Polizeiinspektion bietet in diesem Jahr eine Bürgersprechstunde an, in der Fragen rund ums Falschgeld beantwortet werden: An den Donnerstagen 19. und 26. November jeweils von 15 bis 16 Uhr im Büro von Norbert Esemann in der Groner Landstraße 51. star
