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Basketball: BG gegen Ulm 80:69
Patrick: „Das sind die besten Siege!“
Das war knapp! Erst in einer dramatischen Schlussphase konnten die Basketballer der BG Göttingen die Gäste von ratiopharm Ulm niederringen. Mit 80:69 (42:32) feierten die Veilchen damit den achten Bundesliga-Sieg in Folge, 3 474 Zuschauer in der ausverkauften Lokhölle feierten ihr Team nach diesem Arbeitssieg frenetisch. „Für Trainer sind solche Siege die besten Siege. Wir Trainer sind stolz darauf, dass wir als Team ein so enges Spiel gewonnen haben“, so Head-Coach John Patrick nach dem Spiel.
Überhaupt ließen sich die Gäste vom Tempobasketball der Göttinger wenig beeindrucken, auch nachdem Frazier und Kulawick mit einem Dreier für die 5:2-Führung sorgten (2.). Es ging hin und her, die Ulmer blieben durch drei Dreier von Per Günther und Lee Humphrey (2) im Spiel, während bei den Gastgebern Center Christopher McNaughton mit zehn Punkten im ersten Viertel maßgeblich dafür sorgte, dass seine Farben nach zehn Minuten 22:17 führten.
Es lief wahrlich nicht alles rund an diesem Abend, die BG tat sich schwer gegen die konzentriert spielenden Ulmer, die weiter sicher aus der Distanz trafen und dshab bis zum 26:25 (12.) dranblieben. Die Veilchen hier und da mit wilden und unmöglichen Würfen, doch da sie sich auch gegen die Ulmer immer wieder die zweite oder dritte Chance erkämpften und sich so manchen Wurf mehr sicherten, konnten sie die Führung langsam aber sicher ausbauen. Und da Chris McNaughton mit 17 Punkten das bisher beste Spiel im Trikot der Veilchen ablieferte, konnte die BG über 34:28 (14.) und 39:28 (16.) bis zur Pause auf 42:32 davonziehen. Da sollte die BG doch noch eine Menge Luft nach oben haben, zumal Ben Jacobson und Taylor Rochestie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht einen Zähler auf ihrem Konto verbuchen konnten...
Doch es blieb dabei, die Veilchen taten sich unheimlich schwer gegen diese Ulmer, die nicht gerade für eine exzellente Defense bekannt sind. Jacobson und Rochstie nahmen die Gäste weiter komplett aus dem Spiel, die Trefferquote sank auf beiden Seiten und Ulm mit Ex-Veilchen Rocky Trice kämpfte sich zurück ins Spiel. Bis auf acht Punkte waren die Gäste dran und wenn nichts mehr geht, muss eben die Brechstange her. Da waren natürlich die beiden Terrier Chester Frazier und John Little gefragt, die die Gäste mit erfolgreichen Einzelaktionen auf Distanz hielten. Mit einem hart erkämpften 60:49 ging es in das finale Viertel.
Die Partie drohte nun zu kippen. Es fehlte einfach ein Leader auf dem Feld, der das Team dirigiert und mitreißt. Stattdessen brachten die Veilchen die Gäste durch unnötige Fouls wieder zurück ins Spiel, nur noch 62:59 (33.) nach dem vierten Dreier von Humphrey. Wieder einmal kam die wichtige Antwort von Frazier, wieder eine Einzelaktion – wie auch sonst an diesem Abend?
Egal, der Angriff war zunächst abgewehrt, 64:59 (34.). Es stand ein spannendes Finale an, spannender als erwartet und erwünscht, das merkten auch die Fans, standen wie der sechste Mann hinter ihrem Team. Und die Mannschaft ließ sich mitreißen, der überragende McNaughton erhöhte auf 67:59, Monsterblock von Boone gegen Collins, war Ulm jetzt geschlagen? Nichts da, noch ein Dreier von Humphrey, beim nächsten Versuch foult ihn Jacobson, alle drei Freiwürfe drin, nur noch 67:65 (38.). Ausgerechnet Rocky Trice macht das 67:67, wer soll und kann die BG jetzt noch retten? Totale Unsicherheit, keiner traut sich, den Wurf zu nehmen, ein absolutes Gewürge, und wieder ist es der unglaubliche Chester Frazier, der im Nachsetzen zum 69:67 einnetzt (40.). Noch 17,9 Sekunden, geht Ulm auf einen Dreier oder die Verlängerung? Rocky Trice trifft zum 69:69, noch 7,9 Sekunden, was für ein Drama. Fast verdaddelt Jacobson den Einwurf, den holt sich Jason Boone, der zieht zum Korb, macht das 71:69 und bekommt noch einen Freiwurf.
Ulms Trainer Mike Taylor tobt am Spielfeldrand, kassiert das erste technische Foul, der Freiwurf ist trotzdem drin, der Sieg! Die Halle tobt, Ulm konsterniert, verliert noch einmal den Ball, Foul plus technisches Foul gegen Per Günther, dazu das zweite technische Foul gegen Taylor, der Gäste-Coach muss in die Kabine. Oliver macht alle acht Freiwürfe rein, 80:69 der Endstand! Riesenparty, ein Wahnsinn nach diesem Arbeitssieg!
Neben McNaughton überragten bei der BG Chester Frazier und Jason Boone mit einem Double-Double (14 Punkte, 13 Rebounds), zum Lohn gab es für Letzteren von Hallensprecher Andreas Lindemeier noch fünf Packungen Duschgel, weil Boone zum 5. Mal in dieser Saison mehr als 75 Prozent seiner Freiwürfe verwandeln konnte.
Coach Patrick lobte Chris McNaughton für sein „Coming out-Spiel“. Seine Analyse: „Normalerweise ist unser Guard-Play spielbestimmend. Bei Ulm waren heute die Guards überragend. Wir kennen natürlich Rocky Trice. Lee Humphrey konnten wir von außen, wie schon im Hinspiel, kaum stoppen.“
Rainer Bauer (Co-Trainer Ulm): „Es war ein tolles Spiel mit einem unwürdigen Ende. Ich bin der Meinung, dass die Spieler das Spiel entscheiden sollten.“
Robert Kulawick: „Wir haben in den vergangenen Wochen auf einem hohen Niveau gespielt, da war es klar, das irgendwann der Hänger kommt. Aber wir haben uns durchgebissen und gewonnen, nächste Woche geht‘s weiter!“
Punkte: McNaughton 22, Frazier 16/1, Boone 14, Oliver 14, Little 9/1, Kulawick 3/1, Jacobson 2.
Beste Spieler: McNaugthon, Frazier, Boone - Humphrey 20/5, Trice 18/, Burns 8.
Spielfilm: 8:6 (4.), 18:17 (8.), 26:22 (12.), 39:28 (16.), 42:32 (20.), 46:36 (24.), 52:46 (28.), 62:56 (32.), 67:59 (36.)
Viertel: 22:17, 20:15, 18:17, 20:20
Rebounds: 44 – 33
Trefferquote Feld: 41,5 % - 39,7 %
Freiwürfe: 23 v. 27 - 15 v. 23
Zuschauer: 3 474 ausverkauft
Ergebnisse:
Braunschweig - Oldenburg 80:93
Göttingen - Ulm 80:69
Alba Berlin - Bamberg 64:79
Quakenbrück - Trier 76:73
Düsseldorf - Weißenfels 58:70

