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Turnier der Standard-Formation
Romeo & Julia besser als ABBA
Die ausverkaufte Godehardhalle stand Kopf: In ihrem Turnier in der 1. Bundesliga der Standardformationen holt der TSC Schwarz-Gold Göttingen den wichtigen vierten Platz. „Im Finale haben wir die beste Leistung des Jahres gezeigt. Damit ist unsere dritte Bundesligasaison jetzt schon gesichert“, freute sich Trainer Markus Zimmermann. Gewonnen hatten am Ende seine Favoriten, der Braunschweiger TSC: „Ich finde ihre Art Formationstanz attraktiver als die der Ludwigsburger.“
Turnierleiter Andreas Neuhaus („Aus Bremerhaven, wo auch Tanzen und Basketball ganz vorne sind!“) führte charmant durchs Programm und begrüßte die zahlreichen Ehrengäste. Dabei war die Stadt gleich dreifach vertreten durch Oberbürgermeister Wolfgang Meyer sowie die Bürgermeister Katharina Lankeit und Wilhelm Gerhardy. Viele Sponsoren unterstützten das Highlight im Göttinger Sportkalender, allen voran natürlich Rainer Hald, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Göttingen. Die hatte auch die Jubel-Fähnchen spendiert – Sparkassen-rot wie die neuen Kleider der Göttinger Formation.
Die Gastgeber mussten in der Vorrunde als drittes Team antreten und konnten mit ihrer „Romeo und Julia“-Choreographie leider keine perfekte Präsentation abliefern. Ein Paar zog es sogar zu Boden! „Vor dem tollen heimischen Publikum wollte der eine oder andere zuviel und dann passiert so etwas“, so Zimmermann. Die Tänzer von Casino Nürnberg machten es mit ihrer ABBA-Choreographie besser: Viel Tempo und Schwung, sauber getanzte Figuren, sehr schöne ABBA-inspirierte Kleider und auch die Musik kam beim Publikum bestens an...
Das Los wollte es dann, dass die beiden Favoriten als letzte tanzen mussten. Der deutsche Meister TC Ludwigsburg ließ dabei Federn – das Kleid einer Tänzerin wurde beim Einmarsch beschädigt und „mauserte“ aufs Parkett. Davon lässt sich ein Profi aber natürlich nicht irritieren. Sauber wurde die rasante Barcelona-Choreographie durchgetanzt. Die tanzt das Team allerdings schon in der dritten Saison. Das ist eher unüblich... Wer meint, dass Braunschweig deshalb bei den Wertungsrichtern vor den Ludwigsburgern liegt, tut den Niedersachsen aber unrecht. Denn die sind in absoluter Topform! Zur Musik mit Rockballaden tanzte das Team von Erfolgs-Trainer Rüdiger Knaack wie aus einem Guss. Wo die Ludwigsburger mit Tempo und Exaktheit ihr Publikum begeistern, besticht Braunschweig durch ausgefallene Figuren, viel Kreativität und Eleganz.
Das Göttinger Publikum zeigte sich (wieder einmal) genauso tanzsportbegeistert wie fair, jubelte allen Teams zu. Und die Tänzer gaben die Begeisterung ihres Publikums mit vollem Einsatz auf dem Parkett zurück.
Es wurde ein tolles Finale, in dem alle Teams noch einmal eine Schippe drauflegten. So gab es für Göttingen den tollen vierten Platz, nur zwei Wertungsrichter sahen Schwarz-Gold auf dem fünften Rang. Ganz vorne entschieden Kleinigkeiten. Die Ludwigsburger hatten ein, zwei Unsicherheiten, während Braunschweig traumwandlerisch sicher durch seine Rockballaden tanzte. Dafür gab es am Ende ein einstimmiges Urteil: Siebenmal die Eins für den TSC aus der Löwenstadt.

