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1. Bundesliga Standardformation
Happy End für die Titanic!
Es war ein rauschendes Fest, das die Godehardhalle gestern erlebte. Ein Abend der großen Emotionen und mit einem Happy End nach Maß. Der TSC Schwarz-Gold Göttingen, der in den ersten beiden Turnieren der Saison den 5. Platz belegt hatte, schaffte bei seinem „Heimspiel“ den 4. Platz, obwohl eine Tänzerin im großen Finale gestürzt war! Der Jubel war riesengroß, die ausverkaufte Godehardhalle mit 2000 Zuschauern stand Kopf!
Das Formationstanzen bietet immer eine tolle Show und eine volle Ladung davon gab es gestern in Göttingen. Mitreißende Musiken von Whitney Houston, Elton John, Piraten der Karibik, Pavarotti,... phantasievolle Kostüme und natürlich die ausgeklügelten Choreographien, bei denen die sportliche Leistung ebenso stimmen muss wie die Show. Rhythmik und Charakteristik, die Qualität der tänzerischen Bewegungen, die Präzision, mit der die Choreographie ausgeführt wird und die Präsentation der Formation als Ganzes – und dann muss das alles auch noch zur Musik passen und die Tanzschritte müssen auch sitzen... Weil die deutsche 1. Bundesliga der Standardformationen absolutes Weltniveau hat, bekamen die Fans eine erstklassige Show geboten. Vom ersten Takt an springt auch in der Godehardhalle der Funke auf die Zuschauer über. Zumal sich auch die Teams gegenseitig anfeuern und Stimmung machen. Es ging ja auch gleich gut los mit dem mehrfachen Weltmeister vom 1. TC Ludwigsburg als erstem Team der Vorrunde. Besonders schnelle Bild- und Tanzwechsel, die Präsentation wie aus einem Guss, jedes Paar mit großer Ausstrahlung, die technisch anspruchsvolle Darbietung wird scheinbar mühelos präsentiert... perfekte Tanzschritte sind selbstverständlich. Ludwigsburg präsentiert mit „Barcelona“ (basierend auf dem Duett mit Freddy Mercury und Montserrat Caballé) die am dichtesten gepackte Standardchoreographie aller Zeiten mit fast doppelt so vielen Bildwechseln wie sonst üblich und drei in sich drehenden Bildern. Da ist Tempo drin, da wird den Augen der Zuschauer mit jeder Sekunde etwas neues geboten. Und alles sieht so leicht aus, erst wenn man beim Ausmarsch den Schweiß auf den Stirnen der Tänzer sieht, erkennt man, dass sie alles geben müssen, um eine solch mitreißende Performance zu bieten. Gemeinsam mit dem Braunschweiger TSC (früherer Welt- und Europameister) sind die Ludwigsburger eine Klasse für sich.
Die Niedersachsen marschieren zu „Simply the Best“ ein und haben das Göttinger Publikum gleich hinter sich. Auch sie bieten eine perfekte Show, gegen die unglaubliche Choreographie des großen Rivalen kommen sie aber auch in Göttingen nicht an, bekommen bei der offenen Wertung nach dem großen Finale aber immerhin einmal die 1. Für Ludwigsburg aber zeigen sechs Wertungsrichter die 1 und der TC triumphiert zum dritten Mal in dieser Saison.
Die Herzen des Göttinger Publikums gehören aber natürlich dem jungen Team um Trainer Markus Zimmermann. Der dirigiert seine Tänzer übers Parkett und die geben (einmal mehr) alles, begeistern auch die vielen Ludwigsburger und Braunschweiger Fans in der Halle. Trotz des kleinen Missgeschicks am Ende reicht es für den unglaublich guten vierten Platz als Aufsteiger und der wurde nach der Siegerehrung gemeinsam mit dem begeisterten Publikum noch lange gefeiert.
So viel Spaß kann man mit einem sinkenden Schiff haben...


